Bewertung einzelner Testverfahren durch die Fachwelt

Thema

Aktuell wird vermehrt die Art und Weise der Anwendung von Testverfahren im forensischen Kontext diskutiert. So wird in der aktuellen „Praxis der Rechtspsychologie“ (Heft 1, Juni 2020) z.B. im Artikel von Bodansky und Krüger, S.99, u.a. die Testnormierung kritisch betrachtet, jedoch auch Lösungen vorgeschlagen.

In diesem Artikel wird interessanterweise auf Neal et al, 2019, und deren Untersuchung zur Anwendung von psychologischen Tests im amerikanischen Rechtssystem und deren Bewertung durch die Juristen verwiesen.

Diesen Artikel habe ich mit Einverständnis der Hauptautorin übersetzt und plane, die prinzipiellen Ergebnisse ihrer Untersuchungen im deutschsprachigen Raum zu überprüfen und nachfolgend beides zur Veröffentlichung einzureichen.

In der nun avisierten Teilstudie soll daher die Bewertung der häufig verwendeten Verfahren im Familienrecht durch Gutachter*innen eingebracht werden.

Insofern würde ich, bzw. Tess Neal und ich, uns wünschen, dass möglichst viele Fachpsychologen*innen für Rechtspsychologie, die Gutachten im Familienrecht schreiben, mit ihrer Einschätzung helfen.

Ich habe dazu einen kurzen Fragebogen entwickelt, über den 22 Verfahren bewertet werden sollen. Die Anwendung dauert wohl gerade einmal 3-5 Minuten und erfordert nur eine grobe Einschätzung der Verfahren:

Dieses Verfahren (virtuell nehme ich einfach mal den FPI-R) kenne ich nicht / kann so gut wie problemlos verwendet werden/ ist etwas kritisch zu bewerten / ist nicht angemessen in der Verwendung.

Die 22 Verfahren wurden in der Untersuchung von Salewski und Stürmer, 2014, Untersuchungsbericht I, Qualitätsmerkmale in der Familienrechtlichen Begutachtung, als häufig verwendete Verfahren angeführt.

Nutzen und potentielle Risiken

Ein Risiko in der Bewertung der Verfahren sehe ich nicht. 

Im avisierten Artikel geht es auch nicht darum, die Verfahren bloßzustellen, die kritisch oder ambivalent bewertet werden. Veröffentlicht wird später nicht der Name und „Wert“ des einzelnen Verfahrens, sondern generell, in welchem Umfang die verwendeten Verfahren allgemein in der Fachwelt akzeptiert sind (ähnlich wie es bei Neal et al. geschehen ist).

Datenschutz

Das Studiendesign ist voll anonymisiert. 

Die Daten stehen in keinem Zusammenhang mit unseren Proband*innen, sondern betreffen das Testverfahren an und für sich.

Der Fragebogen wurde mit surveygrid von evasys entwickelt. Ich erhalte insofern keine urls oder ähnliches. Ich erhalte von dem Programm nur die von Euch ausgefüllte Seite. Zur technischen Sicherheit könnten Sie die Seite surveygrid.evasys.de aufrufen, die Programmentwickler sitzen in Lüneburg. Die Firma bietet die von mir genutzte Befragungsmaske an.

Kontakt

Projektleitung: Dr. Michael Wiedemann 

Fachpsychologe für Rechtspsychologie, Arbeit als freier Sachverständiger in Berlin

Mail: info@gutachten-wiedemann.de

Link

https://www02.surveygrid.com/online/KV5H/GWGMichael

Deadline

30. September 2020 

Das Ergebnis erscheint, wenn/falls der gesamte Artikel veröffentlicht wird.