„Sachverständigengutachten in Kindschaftsverfahren aus Sicht von Jugendhilfe und Familiengericht“ – Workshop auf dem 16. Deutschen Kinder- und JugendhilfetagKommentare deaktiviert

„Sachverständigengutachten in Kindschaftsverfahren aus Sicht von Jugendhilfe und Familiengericht“ – Workshop auf dem 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag

Im Rahmen des 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetages bot das Institut für Soziale Arbeit (ISA) e.V. am 29.03.2017 einen Workshop zum Thema „Sachverständigengutachten in Kindschaftsverfahren aus Sicht von Jugendhilfe und Familiengericht“ in den Räumen der Messe Düsseldorf an. Als dreiköpfiges, interdisziplinäres Referententeam gestalteten Wolfgang Rüting, Vorsitzender des ISA, Andreas Hornung, Richter am OLG Hamm, und Anja Kannegießer, Vorsitzende der Sektion Rechtspsychologie, den Workshop. Die knapp 100 TeilnehmerInnen, überwiegend MitarbeiterInnen von Jugendämtern und freien Trägern der Jugendhilfe, hörten drei Kurzvorträge, die sich der Thematik zunächst aus der Perspektive des Jugendamtes, sodann vom Standpunkt des Richters und abschließend aus der Sicht der Sachverständigen näherten. Bereits während der Vorträge nutzte das Publikum die Gelegenheit, Rückfragen an die drei Referenten zu stellen. Schwerpunkte in der Diskussionen waren die Rechte und Pflichten des Jugendamtes im (vor-)gerichtlichen Verfahren, die Rollen und die Optimierung der Kommunikation zwischen Jugendhilfe, Gericht und Sachverständigem sowie die Mindestanforderungen an die Qualität des Gutachtens. Die Anwesenden waren sich darüber einig, dass auch künftig eine verstärkte Kommunikation zwischen den o.g. Verfahrensbeteiligten im Sinne einer kindeswohlorientierten, fachlich fundierten und zeitnahen Problemlösung dringend erforderlich sei. Dies gelte nicht zuletzt deshalb, weil sorgfältig vorbereitete Stellungnahmen der Jugendämter sowie wissenschaftlich fundierte, transparent gestaltete Sachverständigengutachten dem Gericht eine wertvolle Entscheidungshilfe sind.

Das rege Interesse am interdisziplinären, praxisorientierten Austausch verdeutlichte einmal mehr die Notwendigkeit kontinuierlicher Kommunikation zwischen Jugendhilfe, Richtern und (psychologischen) Sachverständigen.

Christine Reichert, info@bdp-rechtspsychologie.de